Im Siebdruck gibt es drei große Familien von Siebdruckfarbe. Plastisol ist eine PVC-basierte Farbe, die als dicke, deckende, haltbare Schicht auf dem Stoff liegt. Sie ist der Branchenstandard und funktioniert auf Kleidung in fast jeder Farbe. Wasserbasierte Farbe zieht in die Fasern ein und hinterlässt einen weichen Druck, den man kaum spürt, am besten auf heller Baumwolle. Ätzdruck (Discharge) entfernt den Farbstoff des Kleidungsstücks und ersetzt ihn durch Farbe. Das ergibt einen weichen Vintage-Druck auf dunkler 100 % Baumwolle. Welche Farbe richtig ist, hängt von der Farbe des Kleidungsstücks ab, vom Stoff und davon, wie sich der Druck anfühlen soll.
Die Farbe entscheidet über den „Griff“ eines Drucks, also darüber, wie er sich beim Anfassen anfühlt. Ein spürbarer Plastisoldruck auf einem schweren Hoodie wirkt gewollt. Dieselbe dicke Schicht auf einem dünnen Sommer-Shirt fühlt sich an wie ein Aufkleber. Farbe und Kleidungsstück aufeinander abzustimmen ist die halbe Miete, wenn Merch hochwertig wirken soll.
Inhalt dieses Leitfadens
- Plastisol, wasserbasiert und Ätzdruck im Vergleich
- Plastisolfarbe
- Wasserbasierte Farbe
- Ätzdruck
- Was den Preis eines Siebdrucks bestimmt
- Welche Farbe Sie wählen sollten
- Häufige Fragen
Plastisol, wasserbasiert und Ätzdruck im Vergleich
| Plastisol | Wasserbasiert | Ätzdruck | |
|---|---|---|---|
| So funktioniert es | Liegt auf dem Stoff, mit Hitze ausgehärtet | Färbt die Fasern, Farbe zieht ein | Bleicht den Farbstoff aus, bringt neue Farbe ein |
| Griff | Spürbar, leicht gummiartig | Am weichsten, fast nicht spürbar | Sehr weich |
| Deckkraft auf dunkler Kleidung | Hervorragend | Schwach ohne Unterdruck | Gut auf dunkler Baumwolle |
| Leuchtkraft | Hell, gleichmäßig | Leicht gedämpft, natürlich | Leicht vintage, je nach Farbstoff des Kleidungsstücks |
| Stoffe | Baumwolle, Polyester, Mischgewebe | Am besten auf heller Baumwolle | Nur 100 % Baumwolle mit ätzbarem Farbstoff |
| Haltbarkeit | Sehr gut; kann bei Überdehnung reißen | Sehr gut; verblasst mit der Zeit sanft | Hervorragend; Teil des Stoffs |
| Mögliche Effekte | Puff, Metallic, Glitter, High-Density | Begrenzt | Begrenzt |
| Produktion | Am einfachsten, am berechenbarsten | Schwieriger; trocknet im Sieb | Am schwierigsten; Ergebnis schwankt je Charge |
Plastisolfarbe
Plastisol besteht aus PVC-Partikeln in einem Weichmacher. Es trocknet nicht an der Luft, sondern erst, wenn es auf etwa 160 °C erhitzt wird. Das macht es an der Maschine verzeihend: Es bleibt stundenlang nass im Sieb. Nach dem Aushärten bildet es einen flexiblen Kunststofffilm, der mit der Stoffoberfläche verbunden ist.
Dieser Film ist der Grund, warum Plastisol so gut deckt. Ein weißer Plastisoldruck auf einem schwarzen Hoodie bleibt ohne großen Aufwand strahlend weiß. Er ist auch der Grund, warum Plastisol die Basis für Spezialeffekte ist: Puff-Druck ist Plastisol mit einem aufgehenden Zusatz, und auch Metallic- und High-Density-Drucke sind Plastisol.
Die Nachteile sind Griff und Nachhaltigkeit. Ein großer Plastisoldruck staut Wärme, und man spürt ihn auf dem Kleidungsstück. Plastisol enthält PVC. Phthalatfreie Plastisole sind heute weit verbreitet, Einkäufer mit strengen Nachhaltigkeitszielen bevorzugen aber oft wasserbasierte Farben.
Wasserbasierte Farbe
Wasserbasierte Farbe trägt das Pigment in Wasser. Statt obenauf zu liegen, zieht sie in die Baumwollfasern ein und färbt sie. Nach dem Aushärten und Waschen fahren Sie mit der Hand über den Druck und spüren ihn kaum. Das ist der Look der meisten Premium-Mode-Shirts.
Der Haken ist die Deckkraft. Weil die Farbe färbt statt abdeckt, scheint die Farbe des Kleidungsstücks durch. Auf Weiß, Natur und Pastell sind die Farben sauber. Auf Schwarz oder Navy wirkt ein wasserbasierter Druck verwaschen, außer es wird zuerst ein weißer Unterdruck gedruckt. Und der bringt einen Teil des Griffs zurück, den Sie eigentlich vermeiden wollten. Wasserbasierte Farbe trocknet außerdem im Sieb. Sie braucht also eine feine Maschenzahl und eine erfahrene Druckerei.
Ätzdruck
Ätzfarbe ist eine wasserbasierte Farbe mit einem Aktivator. Beim Aushärten entfernt der Aktivator den Reaktivfarbstoff aus der Baumwolle unter dem Druck, und das Pigment in der Farbe färbt die gebleichte Fläche im selben Schritt ein. Das Ergebnis ist ein Druck, der Teil des Stoffs ist: weich, atmungsaktiv und auf dunkler Baumwolle ausreichend deckend.
Ätzdruck ist der Klassiker für weiche Drucke auf schwarzen Shirts, aber der am wenigsten berechenbare der drei. Er funktioniert nur auf 100 % Baumwolle, die mit ätzbaren Farbstoffen gefärbt ist. Die finale Farbe hängt vom Farbstoff des Kleidungsstücks ab, und die Farben können von einer Charge zur nächsten leicht abweichen. Für exakte Markenfarben oder Polyestermischungen ist er nicht geeignet. Klären Sie mit Ihrem Lieferanten, ob Ätzdruck auf dem konkreten Kleidungsstück möglich ist, bevor Sie Ihr Design darauf aufbauen.
Was den Preis eines Siebdrucks bestimmt
Bei den meisten Firmenbestellungen beeinflusst die Farbart den Preis viel weniger als zwei andere Faktoren: die Anzahl der Farben und die Menge. Jede Farbe braucht ein eigenes Sieb und einen eigenen Durchgang auf der Maschine. Als Richtwert für die Standardproduktion, pro Druckposition und zusätzlich zum Kleidungsstück:
- Eine Farbe: etwa 2 bis 5 € pro Stück zwischen 50 und 1.000 Stück, oben bei kleinen Auflagen.
- Vier Farben: etwa 2 bis 10 € pro Stück in derselben Spanne. Bei kleinen Auflagen kosten vier Farben mehr als das Doppelte von einer.
Das Muster, das Sie kennen sollten: Bei kleinen Mengen kostet jede zusätzliche Farbe echtes Geld. Bei rund 1.000 Stück verschwindet der Abstand zwischen einer und vier Farben aber fast, weil sich die Siebkosten auf die Auflage verteilen. Wenn ein Design wirklich vier Farben braucht, ist es also günstiger, mehr auf einmal zu bestellen, als in kleinen Chargen nachzubestellen. Die Mindestmengen starten bei 25 Stück für eine bis drei Farben und bei 50 für vier. Jeder Siebdruck wird auf Pantone C abgestimmt, nennen Sie also Ihre Pantone-Referenzen im Briefing. Warum, steht in RGB oder CMYK.
Bei kleinen Auflagen oder vielfarbigen Motiven kann DTF günstiger sein als Siebdruck. Den Kipppunkt finden Sie in DTF-Druck, DTG oder Siebdruck.
Welche Siebdruckfarbe Sie wählen sollten
- Dunkle Hoodies und Sweatshirts mit kräftigem Logo: Plastisol. Deckend, haltbar und farbgenau.
- Helle Premium-Shirts: wasserbasiert. Der Druck verschwindet im Stoff, und das Shirt fühlt sich an wie aus dem Laden.
- Schwarze oder navyblaue Shirts aus 100 % Baumwolle mit Wunsch nach weichem Griff: Ätzdruck, wenn das Kleidungsstück es zulässt.
- Sportbekleidung aus Polyester: Plastisol mit Low-Bleed-Rezeptur oder ein Transfer. Wasserbasiert und Ätzdruck funktionieren auf Polyester schlecht.
- Erhabene oder metallische Effekte: Spezialfarben auf Plastisol-Basis.
- Exakte Markenfarbe: Plastisol ist am konsistentesten. Ätzdruck am wenigsten.
Auch das Gewicht des Kleidungsstücks zählt. Ein schwerer Plastisoldruck auf einem Shirt mit 150 GSM fühlt sich steif an, derselbe Druck auf 240 GSM fühlt sich richtig an. Wie Sie Gewicht und Veredelung abstimmen, steht in Was ist GSM?. Vergleichen Sie Kleidungsstücke bei individuellen Hoodies oder im kompletten Katalog.
Häufige Fragen zu Siebdruckfarbe
Was ist der Unterschied zwischen Plastisol und wasserbasierter Farbe?
Plastisol ist eine PVC-basierte Farbe, die als deckende, haltbare Schicht auf dem Stoff liegt und auf fast jeder Farbe von Kleidung funktioniert. Wasserbasierte Farbe zieht in die Fasern ein und färbt sie, für einen deutlich weicheren Druck, der am besten auf heller Baumwolle funktioniert. Plastisol leuchtet auf dunkler Kleidung stärker, wasserbasierte Farbe fühlt sich weicher an.
Ist Plastisolfarbe sicher?
Moderne Plastisolfarben für Bekleidung sind in der Regel phthalatfrei und in zertifizierter Kleidung weit verbreitet. Plastisol enthält aber PVC. Deshalb wählen Marken mit strengen Nachhaltigkeitsrichtlinien oft wasserbasierte Farben. Fragen Sie Ihren Lieferanten immer, welche Rezeptur er verwendet, wenn das für Ihre Marke wichtig ist.
Was ist Ätzdruck?
Beim Ätzdruck kommt eine Farbe mit Aktivator zum Einsatz, die beim Aushärten den Farbstoff aus der Baumwolle entfernt und ihn durch die Druckfarbe ersetzt. Das Ergebnis ist ein sehr weicher Druck, der Teil des Stoffs ist, ideal für dunkle T-Shirts aus 100 % Baumwolle. Auf Polyester funktioniert er nicht, und die Farben können zwischen Chargen leicht abweichen.
Reißt Plastisol?
Ein korrekt ausgehärteter Plastisoldruck ist sehr haltbar. Risse entstehen meist durch zu schwaches Aushärten oder durch starkes Dehnen eines dicken Drucks. Wer auf links bei 30 bis 40 Grad wäscht und heißes Trocknen vermeidet, hat viele Jahre Freude an Plastisoldrucken.
Was kostet Siebdruck pro Stück?
Als Richtwert kostet ein einfarbiger Siebdruck in der Standardproduktion etwa 2 bis 5 € pro Stück zwischen 50 und 1.000 Stück, ein vierfarbiger Druck etwa 2 bis 10 €, mit den höchsten Preisen bei kleinen Auflagen. Farbanzahl und Menge bestimmen den Preis stärker als die Farbart.
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