Definition
Ein Farbverlauf im Druck ist ein weicher, gleitender Übergang von einer Farbe oder einem Ton zum nächsten auf einer bedruckten Fläche. Druckmaschinen und Siebe tragen nur volle Farbe auf, deshalb ist ein gedruckter Verlauf eigentlich eine Illusion aus winzigen Punkten, die sich in Größe oder Abstand verändern. Gut gemacht wirkt er nahtlos. Schlecht gemacht bricht er in sichtbare Stufen, die man Banding nennt.
Definition
Ein Farbverlauf, auch Verlauf oder Fade genannt, wandert über eine Form oder einen Hintergrund von einer Farbe zur nächsten. Ein Sieb oder Druckkopf kann nur volle Farbe auftragen, keine Teilmenge, deshalb bildet ein Drucker den Übergang mit Halbton-Punkten oder einem feinen Zufallsraster nach. Wo die Farbe kräftig sein soll, werden die Punkte groß und dicht. Wo sie ausblenden soll, werden sie kleiner und rücken auseinander. Ein Rückendruck auf einem Hoodie, der an den Schultern von tiefem Marineblau zum hellen Blau am Saum läuft, besteht zum Beispiel aus Tausenden Punkten, die allmählich dünner werden, sodass dein Auge aus normaler Entfernung einen weichen Farbfall statt eines Musters liest.
Wie ein Farbverlauf im Druck funktioniert
Ein Farbverlauf im Druck beginnt als gleitender Übergang in deiner Designdatei. Am Monitor sieht dieser Übergang makellos aus, weil der Bildschirm Licht in Millionen Stufen mischt. Der Druck hat weit weniger Stufen, also muss die Grafik zuerst in die Farben umgewandelt werden, die der Auftrag wirklich nutzt, ob CMYK-Prozessfarben oder zwei Sonderfarben. Erst danach wird der Verlauf in ein Punktmuster gerastert, das die Maschine halten kann.
Der größte Feind eines sauberen Verlaufs ist Banding, bei dem der Fade in sichtbaren Streifen springt statt zu fließen. Es entsteht, wenn zwischen dem hellen und dem dunklen Ende zu wenige Tonstufen liegen oder die Datei mit niedriger Auflösung exportiert wurde. Die Tonwertzunahme erhöht das Risiko. Farbe verläuft, während sie durch das Sieb gepresst und in den Stoff gedrückt wird, sodass das dunkle Ende eines Verlaufs zulaufen und seine Gleichmäßigkeit verlieren kann. Gute Druckvorstufe zieht sehr kleine Lichterpunkte heraus und hält das Schattenende in Grenzen, damit der gesamte Bereich druckbar bleibt.
Die Methode zählt genauso wie die Datei. Sublimation, DTG und DTF geben Verläufe fast direkt wieder, weil sie in feinem, fotografischem Detail drucken. Der Siebdruck muss den Übergang mit Halbtönen und sorgfältiger Farbseparation nachbilden, was gut funktioniert, aber eine erfahrene Hand verlangt. Stickerei kann gar keinen echten Verlauf formen, denn Garn ist eine volle Farbe, also wird ein Fade dort durch das Mischen von Stichen in zwei oder drei Tönen vorgetäuscht.
Farbverläufe bei Werbeartikeln
- Markenverläufe und Duotöne. Reproduziere ein Logo oder einen Hintergrund, der zwischen zwei Markenfarben übergeht, und gib Kleidung und Verpackung so ein modernes, gestaltetes Gefühl statt eines flachen Farbblocks.
- Fotografische und vollfarbige Motive. Drucke ein Bild mit weichen Schatten, Himmel oder Hauttönen im Vierfarbdruck, bei dem sich überlagernde Halbtonverläufe ein realistisches Bild auf T-Shirt oder Tasche aufbauen.
- Tiefe und Dimension in flachen Drucken. Setze einen dezenten Verlauf hinter Text oder ein Maskottchen, damit ein ein- oder zweifarbiges Design Schatten und Glanz gewinnt, ohne zusätzliche Farbe zu bezahlen.
Ein Farbverlauf im Druck ist ein gleitender Übergang zwischen zwei oder mehr Farben oder Tönen, auf der Maschine simuliert durch das Variieren der Größe oder Dichte winziger Farbpunkte.
5 Tipps, um Ihre Farbverlauf im Druck-Strategie zu verbessern
| Tipp | Schritte |
|---|---|
| Verläufe im Druckfarbraum anlegen | Gestalte den Verlauf in CMYK oder deinen Sonderfarben, nicht in RGB, damit das Ergebnis nah am Bildschirm liegt. |
| Fade zu reinem Weiß nur bewusst nutzen | Ein Verlauf, der auf null fällt, kann eine harte Kante hinterlassen, wo die Punkte verschwinden, also ende auf einem hellen Ton für einen weichen Abschluss. |
| In hoher Auflösung exportieren | Liefere Grafiken mit 300 DPI oder als Vektor, damit der Verlauf genug Stufen hat und nicht bandet. |
| Methode an den Effekt anpassen | Wähle DTG, DTF oder Sublimation für weiche fotografische Verläufe und Siebdruck für einfachere zweifarbige Fades. |
| Auf dem echten Produkt prüfen | Gib ein Muster auf dem tatsächlichen Stoff und Farbton frei, da Tonwertzunahme und Textilfarbe beide verändern, wie ein Verlauf wirkt. |
Wichtige Begriffe
Häufig gestellte Fragen
Warum wirkt mein Verlauf nach dem Druck gebandet?
Banding bedeutet meist, dass der Übergang zu wenige Tonstufen hatte oder die Datei mit niedriger Auflösung exportiert wurde. Baue den Verlauf im Druckfarbraum neu auf und liefere ihn mit 300 DPI oder als Vektor, damit der Fade genug Stufen hat, um weich zu bleiben.
Kann man einen Verlauf im Siebdruck drucken?
Ja. Der Siebdruck simuliert einen Verlauf mit Halbtonpunkten, die über den Fade kleiner werden und auseinanderrücken. Er funktioniert gut für ein- oder zweifarbige Übergänge, sehr feine fotografische Verläufe gelingen jedoch leichter mit DTG, DTF oder Sublimation.
Was ist der Unterschied zwischen einem Verlauf und einem Halbton?
Ein Verlauf ist der weiche Farbübergang, den du erreichen willst. Ein Halbton ist das Punktmuster, mit dem er auf der Maschine reproduziert wird. Jeder gedruckte Verlauf ist eigentlich ein Halbton, aber ein Halbton kann auch volle Fotos wiedergeben, nicht nur Fades.
Sollte ich Verläufe in RGB oder CMYK anlegen?
Baue sie im Farbraum, in dem der Auftrag druckt, meist CMYK oder deine gewählten Sonderfarben. Ein Anlegen in RGB kann leuchtende Fades ergeben, die sich nach der Umwandlung für den Druck verschieben oder trüben, also hält das Arbeiten im Zielfarbraum Überraschungen klein.
Kann man einen Verlauf sticken?
Nicht als echten Fade, denn jedes Garn ist eine einzelne volle Farbe. Sticker bilden einen Verlauf nach, indem sie Stiche in zwei oder drei Tönen mischen, was aus der Nähe als weicher Übergang liest, aber gröber ist als ein gedruckter Verlauf.




