Definition
Pick and Pack ist der Lagerprozess, bei dem genau die Artikel einer Bestellung entnommen und anschließend zu einer versandfertigen Sendung verpackt werden. Er liegt zwischen Lagerung und Versanddienstleister. Bei Branded Merch ist das der Schritt, der ein Regal voller Hoodies, Trinkflaschen und Notizbücher in ein Paket für eine neue Kollegin in Lissabon verwandelt.
Definition
Pick and Pack besteht aus zwei verbundenen Aufgaben. Kommissionieren heißt, Artikel an ihrem Lagerplatz zu finden und zu entnehmen, gesteuert über eine Pickliste aus dem Auftrag. Verpacken heißt, diese Artikel in den richtigen Karton oder Versandbeutel zu legen, sie zu sichern und das Versandetikett anzubringen. Abgerechnet wird meist pro Auftrag plus eine kleinere Gebühr pro zusätzlichem Artikel.
Ein konkretes Beispiel. Es geht eine Bestellung für ein Willkommenspaket ein: ein Sweatshirt Größe M in Navy, eine Trinkflasche, ein Stickerbogen. Ein Kommissionierer läuft drei Lagerplätze ab, scannt jeden Barcode gegen den Auftrag und legt alles in eine Box. Am Packtisch wandern die Artikel in einen gebrandeten Mailer mit gedruckter Grußkarte, das Etikett wird gedruckt, das Paket geht auf die Palette. Bearbeitungszeit: oft unter drei Minuten.
Wie Pick and Pack funktioniert
Alles beginnt mit einem Auftrag im Lagerverwaltungssystem. Daraus entsteht eine Pickliste, die jede Position einem Lagerplatz zuordnet. Moderne Lager bündeln diese Listen, sodass ein Kommissionierer auf einer Route Artikel für zehn oder zwanzig Aufträge sammelt, statt denselben Gang zwanzigmal abzulaufen. Scanner gleichen jede Entnahme mit der SKU ab. Dort werden die meisten Fehler abgefangen, lange bevor sie beim Empfänger landen.
Beim Verpacken unterscheidet sich Merch vom klassischen E-Commerce. Textilien müssen gefaltet und oft im Polybag verpackt werden. Trinkflaschen brauchen Füllmaterial, damit nichts scheppert. Mehrteilige Geschenksets brauchen ein Layout, das den Falltest übersteht und beim Öffnen trotzdem durchdacht wirkt. Wird ein solches Set vorab zusammengestellt, spricht man von Kitting, und das passiert vor dem Pick and Pack. Kitting macht aus fünf Picks einen einzigen. Das senkt die Kosten pro Paket und entlastet Spitzenwochen.
Die Abwägungen sind real. Manuelle Kommissionierung ist bei kleinen Mengen flexibel und günstig, wird aber langsam, sobald die Zahl der SKUs wächst. Zonenkommissionierung und Pick-by-Light steigern den Durchsatz, rechnen sich aber erst ab Volumen. Eine saubere Operation liegt bei über 99,5 Prozent Auftragsgenauigkeit. Jeder Prozentpunkt darunter kommt als Nachlieferung, Supportticket und falscher Bestand zurück.
Pick and Pack bei Branded Merch
- Onboarding-Pakete: HR löst die Bestellung aus, das Lager kommissioniert die richtige Kleidergröße, packt den Standardinhalt und das Paket liegt vor Tag eins an der Privatadresse.
- Eventbestände: Statt eine ganze Palette zu verschicken, kommissioniert das Lager exakt die Mengen für ein Event, packt sie in einen beschrifteten Case und bucht den Rest danach zurück in den Bestand.
- Merch-Shops für Mitarbeitende: Kolleginnen und Kollegen bestellen selbst, jeder Auftrag wird aus dem gemeinsamen Bestand kommissioniert und als einzelnes Paket verschickt. Keine Mindestabnahme, keine Restkartons im Schrank.
Pick and Pack ist der Fulfillment-Schritt, bei dem ein Lager die konkreten Artikel einer Bestellung aus dem Bestand entnimmt und zu einer einzigen Sendung verpackt.
5 Tipps, um Ihre Pick and Pack-Strategie zu verbessern
| Tipp | Schritte |
|---|---|
| SKUs schlank halten | Jede zusätzliche Farbe und Größe vervielfacht Lagerplätze und Pickzeit. Kürzen Sie den langen Ausläufer. |
| Alles mit Barcode | Scankontrolle beim Picken und beim Packen ist das günstigste Qualitätswerkzeug überhaupt. |
| Vor der Spitze kitten | Wiederkehrende Sets vorab zusammenstellen, damit Spitzenwochen aus einem Pick bestehen statt aus fünf. |
| Kartongröße anpassen | Das Volumengewicht treibt die Versandkosten. Passen Sie Kartongrößen an reale Auftragsprofile an. |
| Kosten pro Paket messen | Pickgebühr, Packgebühr, Verpackung und Porto als eine Zahl betrachten, nicht als vier Positionen. |
Wichtige Begriffe
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Picken und Packen?
Picken ist die Entnahme der bestellten Artikel an ihrem Lagerplatz. Packen ist das Einlegen dieser Artikel in Karton oder Versandbeutel, das Sichern und das Anbringen des Versandetiketts.
Was kostet Pick and Pack?
Die meisten Lager berechnen eine Grundgebühr pro Auftrag plus eine kleinere Gebühr pro zusätzlichem Artikel, Verpackung wird oft separat abgerechnet. Im europäischen Merch-Fulfillment liegt ein einfaches Einzelartikelpaket meist im niedrigen einstelligen Eurobereich, ohne Porto.
Ist Pick and Pack dasselbe wie Fulfillment?
Nein. Pick and Pack ist eine Phase innerhalb des Fulfillments. Fulfillment umfasst außerdem Wareneingang, Lagerung, Bestandsführung, Versand und Retouren.
Brauche ich Kitting oder Pick and Pack für Merch-Sets?
Erst kitten, dann picken. Wird ein Set vorab zu einer Einheit gebaut, kommissioniert das Lager einen Artikel statt fünf. Das senkt die Kosten und das Risiko fehlender Bestandteile.
Wie wird Genauigkeit bei Pick and Pack gemessen?
Lager messen die Auftragsgenauigkeit als Anteil der Sendungen mit korrekten Artikeln und Mengen. Über 99,5 Prozent ist der Normalwert für einen Betrieb mit Barcodescanning.







