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Was ist Turnaround Time?

Turnaround Time ist die Produktionszeit vom freigegebenen Motiv bis zur versandfertigen Merch. So planst du Durchlaufzeiten und hältst jede Deadline.

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Definition

Turnaround Time ist die Zahl der Arbeitstage zwischen einer freigegebenen Merch-Bestellung und dem Moment, in dem die fertige Ware die Produktion verlässt. Im Deutschen sprechen wir auch von Produktionsdurchlaufzeit. Sie umfasst Rüstzeit, Druck oder Stick, Trocknung, Qualitätskontrolle und Verpackung. Der Transport zählt nicht dazu, er wird getrennt gerechnet.

Definition

Turnaround Time misst ausschließlich die Produktion. Die Uhr startet, sobald alles fixiert ist, was die Fertigung braucht: finale Druckdaten, bestätigte Größen und Mengen, ein freigegebener Andruck und eine geklärte Zahlung oder Bestellung. Die Uhr stoppt, wenn die Kartons verschlossen an den Spediteur gehen.

Ein konkretes Beispiel. Du gibst am Montag den Siebdruck-Andruck für 300 Hoodies frei. Der Veredler nennt zehn Arbeitstage. Die Siebe werden am Dienstag belichtet, der Auftrag läuft am Donnerstag der zweiten Woche, am Freitag wird getrocknet und gefaltet, die Palette geht am Montag darauf raus. Der Transport ins Büro braucht drei weitere Tage. Deine Turnaround Time betrug zehn Tage. Deine gesamte Lieferzeit dreizehn.

Wie Turnaround Time funktioniert

Turnaround Time ist keine einzelne Zahl, sondern ein Stapel aus Warteschlangen. Die meisten Veredler fahren eine geteilte Produktionsfläche, auf der dein Auftrag hinter anderen Aufträgen steht. Das genannte Fenster bündelt drei Dinge: die Schlange vor dir, die tatsächliche Maschinenzeit und einen Puffer für Nachdrucke. Die Maschinenzeit ist meist der kleinste Anteil. Eine Stickmaschine mit sechs Köpfen setzt 500 Brustlogos an einem Tag. Dass im Angebot zwölf Tage stehen, liegt an der Warteschlange, nicht am Sticken.

Das Veredelungsverfahren bestimmt die Form des Fensters. Siebdruck braucht belichtete Siebe und angemischte Farben, bevor überhaupt etwas läuft. Die Rüstzeit liegt also vorne, danach ist der Durchsatz pro Stück extrem hoch. Stickerei braucht eine digitalisierte Stickdatei und ein freigegebenes Stickmuster, was bei einem neuen Logo oft zwei bis drei Tage kostet. Direct-to-Garment und Direct-to-Film überspringen fast die gesamte Rüstzeit und schaffen kleine Auflagen in wenigen Tagen. Deshalb landen dort die Eilaufträge. Sublimation und Cut-and-Sew sind das langsame Ende, weil das Kleidungsstück selbst erst nach deiner Bestellung entsteht.

Die versteckte Variable ist der Lagerbestand. Jede genannte Turnaround Time setzt voraus, dass die Blanks im Regal liegen. Ist eine Größe oder Farbe im Rückstand, wartet der Veredler, splittet den Auftrag oder schlägt eine Alternative vor. Alle drei Wege setzen das Fenster zurück. Eine belastbare Durchlaufzeit hängt deshalb genauso an Live-Bestandsdaten wie an Maschinenkapazität. Das erklärt auch, warum Fristen in der Hochsaison wachsen. In den Wochen vor Weihnachten werden aus zehn Standardtagen häufig fünfzehn bis zwanzig, weil jede Schlange in der Halle voll ist.

Turnaround Time in Branded Merch

  1. Messe- und Event-Deadlines. Steht der Stand am 14., muss die Ware am 12. in der Halle sein. Rechne vom harten Datum rückwärts: minus Transport, minus Turnaround, minus Andruckfreigabe. Übrig bleibt die echte Briefing-Deadline. Zu spät gelieferte Merch scheitert selten an der Produktion, meist an einem zu spät gestarteten Briefing.
  2. Onboarding-Pakete für neue Kolleginnen und Kollegen. Welcome-Kits brauchen keine schnelle, sondern eine planbare Durchlaufzeit. Wer in Chargen vorproduziert und einlagert, macht aus zwölf Produktionstagen einen Versand in derselben Woche, weil die Veredelung längst passiert ist.
  3. Reaktive Kampagnen und Launches. Produktlaunches, Finanzierungsrunden und Sportmomente sind schnell. Hier gewinnt das schnellste Verfahren, auch bei höherem Stückpreis. Ein Digitaldruck in drei Tagen, der pünktlich ankommt, schlägt einen günstigeren Siebdruck in fünfzehn Tagen, der nach dem Nachrichtenzyklus eintrifft.

Turnaround Time ist das Produktionsfenster: die Arbeitstage von der Motivfreigabe bis zum Warenausgang, ohne Transportzeit.

5 Tipps, um Ihre Turnaround Time-Strategie zu verbessern

TippSchritte
Transport getrennt abfragenLass dir Produktionstage und Versandtage als zwei Zahlen nennen. Eine einzige "Lieferzeit" verdeckt, wo das Risiko sitzt.
Motiv früh fixierenDie Uhr startet erst mit der Freigabe. Vektordaten, korrekte Pantone-Werte und ein unterschriebener Andruck beseitigen die häufigste Verzögerung.
Blanks prüfenLass Bestand für genau diesen Stil, diese Farbe und diese Größenkurve bestätigen, bevor du ein Datum zusagst.
Zwanzig Prozent Puffer einplanenRechne rund ein Fünftel des genannten Fensters zusätzlich ein, für Nachdrucke, Farbkorrekturen und Verzögerungen beim Spediteur.
Planbares vorproduzierenOnboarding-Kits, Evergreens und Standardgrößen lassen sich vorab fertigen und lagern. Damit fällt die Turnaround Time aus dem kritischen Pfad.

Wichtige Begriffe

Lieferzeit - die gesamte Spanne von der Bestellung bis zur Anlieferung, inklusive Transport.
Produktionszeit - die Maschinen- und Arbeitsstunden, die ein Auftrag wirklich verbraucht, ohne Wartezeit.
Eilauftrag - ein Auftrag, der gegen Aufschlag vorne in die Produktionsschlange gesetzt wird.
Andruckfreigabe - deine Bestätigung eines digitalen oder physischen Musters, mit der die Produktionsuhr startet.
Cut-off-Zeit - die tägliche Annahmegrenze, nach der eine Bestellung auf den nächsten Produktionstag rutscht.
Pufferbestand - bereits veredelte Ware auf Lager, die ohne Produktionswartezeit ausgeliefert wird.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine normale Turnaround Time für Branded Merch?

Zehn bis fünfzehn Arbeitstage sind der Standard für Siebdruck und Stickerei auf lagernden Blanks. Digitale Verfahren wie DTG und DTF schaffen drei bis sieben Tage. Cut-and-Sew oder vollständige Sonderanfertigung braucht in der Regel sechs bis zwölf Wochen.

Ist der Versand in der Turnaround Time enthalten?

Nein. Die Turnaround Time endet mit dem Warenausgang aus der Produktion. Der Transport ist ein eigenes Fenster, innerhalb Europas meist ein bis fünf Tage, bei internationaler Fracht deutlich länger. Frag immer beide Zahlen ab.

Was ist der Unterschied zwischen Turnaround Time und Lieferzeit?

Turnaround Time deckt nur die Produktion ab. Lieferzeit deckt alles von der Bestellung bis zum Erhalt der Ware ab, also Beschaffung, Produktion und Transport. Die Lieferzeit ist immer die größere Zahl.

Kann ich die Turnaround Time verkürzen?

Ja. Gib Motiv und Andruck am selben Tag frei, wähle lagernde Blanks, nimm für kleine Auflagen ein digitales Verfahren und zahle einen Eilzuschlag, um die Schlange zu überspringen. Weniger Veredelungspositionen pro Teil sparen zusätzlich Zeit.

Warum werden Turnaround Times im Herbst länger?

Q4 ist Hochsaison für Firmengeschenke und Weihnachtskampagnen, alle Warteschlangen füllen sich gleichzeitig. Zusätzlich sind Blanks schneller ausverkauft. Im September zu buchen statt im November ist der günstigste Weg, den Termin abzusichern.

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